Ein kleiner Ausblick hinter die Kulissen der neuen Shopware - Onlineshop erstellen

Eines der angesagtesten Shopsysteme zum eigenen Onlineshop erstellen ist seit Jahren für deutsche E-Commerce-Händler – Shopware. Während die letzten Updates punktuelle Verbesserungen mit sich brachten, wird die Einführung der „Shopware Next“ für den Onlinehändler ein mittelmäßiger Quantensprung.

Die finale Version ist noch längst nicht am Start, allerdings bietet der Shopware-Playground bereits einen Einblick, auf das was kommen wird. Fest steht, von technologischer Seite wird sich einiges ändern, was sich für den Laien zu einer komplexen Herausforderung entpuppen kann. Die Grundlagen, die Shopware Kunden zu schätzen wissen, werden sich nicht großartig verändern, allerdings wird die Programmierung vom Frontend bis zum Backend grundlegend anders.

Was kommt auf den Shopbetreiber zu?

In erster Linie gilt es, in Vorbereitung auf die Umstellung, den zeitlichen Rahmen einzugrenzen. Branchenexperten gehen davon aus, dass frühestens zum Jahresende die ersten Implementierungen von Shopware 6 kommen werden. Was auffällt, die Übersicht der Shopware in der gewohnten Fensteroptik wird sich maßgebend verändern. Die Entwickler setzen hier künftig auf leichtere und zielführende Content-Management-Systeme, die bereits bei anderen Shop-Software-Anbietern zur Anwendung kommen.

Bereits die Betaversion lässt erkennen, der Admin-Bereich wirkt um einiges bedienfreundlicher, was als eigener Onlineshop Betreiber sicher Vorteile hat, sofern die notwendigen Programmierfähigkeiten vorhanden sind. Wie sich im Detail die Funktionen verändern und mit der Landingpage Gestaltung umgegangen wird, ist aktuell noch nicht klar.

Weitere Änderungen in Aussicht

In jedem Fall wird die neue Shopware 6 deutlich komplexer, um den neuen Anforderungen im E-Commerce gerecht zu werden. Der Kreativität von Agenturen und Kundenklientel soll ein deutlich größerer Freiraum eingeräumt werden, um frontend-unabhängige E-Commerce Variationen in noch nie da gewesener Bandbreite umsetzen zu können. Insbesondere die Mobile Performance bekommt einen erheblich größeren Spielraum zugesprochen, sowie Fanpages und alles, was mit Auftritten in den sozialen Medien einhergeht, wird eine größere Bedeutung in der Entwicklung der neuen Shopware haben.

Bei der Umsetzung des neuen Updates soll größtenteils auf die bekannten Kategoriebäume verzichtet werden, künftig erfolgt die Steuerung der Funktionen über Kataloge im Interface. Das bedeutet, jeder Shopbuilder, ob als eigener Onlineshop oder Agentur sollte sich frühzeitig mit dem in den Startlöchern stehenden Softwarepaket beschäftigen.

Die Verwaltung der Medien bleibt erhalten

In puncto Medienverwaltung sind nach aktuellem Entwicklungsstand kaum Veränderungen zu erwarten. Einzig die Bedienoberfläche ist dann neu untergliedert, ansonsten wird sich in Bezug auf die Shopware 5 kaum etwas ändern. Die Funktionen zum Ersetzen, Herunterladen, Kopieren und Entfernen bleiben alle erhalten.

Einbindung von Schnittstellen

Wie zu erwarten wird es möglich sein, andere Länder und deren Währungen zu integrieren. Viel spannender ist jedoch die Tatsache, dass Shopware 6 deutlich mehr zulässt als der Vorgänger. Die Integration von Schnittstellen, um andere Softwaremodule einbinden zu können, gehört zu einer bahnbrechenden Erweiterung für Shopware Nutzer. Dadurch kann das vorhandene Zahlungsportfolio von PayPal über Zimpler und Amazon Pay bis hin zu Neteller, Trustly und Klarna problemlos integriert werden. Das bedeutet, man kann vorhandene Client-IDs inklusive Client-Secret-ID hinterlegen und somit die vorteilhaften Funktionen von PayPal und Co. als eigener Onlineshop sofort nutzen.

Was ändert sich im Bestellverlauf?

Das Interface der Bestellung wird kaum Veränderungen mit Shopware 6 mit sich bringen. Die Möglichkeit, wie beim Vorgänger den gesamten Bestellwert zu überblicken und den Status der Bestellung und die Mengenangaben inklusive Bestellpositionen einzusehen, ist weiterhin gegeben. Ein Fragezeichen steht noch hinter funktionalen Stornierungsmöglichkeiten, die es zum Beispiel gewährleisten, einzelne Positionen einer Bestellung zu stornieren.

Eine ausgezeichnete Veränderung haben die Entwickler bei eingehenden Bestellungen und daraus folgenden ausgehenden Lieferungen eingebaut. Bisher gab es hier keinen Unterschied, denn die Vorgängerversion hat nicht zwischen Bestellung und Lieferung differenziert. Um dem zunehmenden Druck im E-Commerce nach schnellen Lieferungen gerecht zu werden hat sich Shopware diesem Problem angenommen.

Ist eine Bestellung nicht vollständig lieferbar, aufgrund fehlender Ware wird über die neu integrierte Lieferungsoption angezeigt, dass eine Nachlieferung entstehen könnte. Damit bringt Shopware ein äußerst Kosteneinsparendes Feature in die Bestellabwicklung ein, womit man punktuell gegen mehrfache Lieferungen vorgehen und die zunehmend steigenden Logistikkosten deutlich besser kontrollieren kann. Darüber ist eine Information über Verzögerungen im Voraus möglich, was gleichermaßen die Support Leistung verbessert.

Muss ich mit meinem Shop-Projekt bis zur neuen Version warten?

Bevor Shopware 6 voll funktionstüchtig zur Verfügung steht, werden noch mindestens ein bis zwei Jahre vergehen, obendrein wird es, aus der Erfahrung heraus, bis zu drei Jahre weitere Updates für die aktuelle Shopware 5 geben. Allerdings stellt die Umstellung riesige Herausforderung, die nicht per Knopfdruck zu erledigen ist. Zahlreiche Plugins werden neu entwickelt und deren Vorgänger kommen nicht mehr in der neuen Version zur Anwendung. Viele Anwendungen sind einfach nicht mehr zeitgemäß, aus diesem Grund wird das Shopsystem zukunftsorientiert ausgerichtet, um sich auch den neuen Herausforderungen auf dem E-Commerce-Markt zu stellen.

Aufgrund gravierender Änderungen vom Design über die Programmierung bis hin zu den Plugins, sind Shopware 5 und 6 nicht uneingeschränkt miteinander kompatibel. Trotzdem ist es nicht notwendig, das Projekt, einen eigenen Onlineshop erstellen, zu verschieben. Zum einen gibt es Sellergate, die bei der Umstellung fachgerechte Unterstützung anbieten, und zum anderen werden leicht verständliche Anleitungen zur Handhabung durch Shopware bereitgestellt.