Gewerbliche Steuerhinterziehung auf elektronischen Marktplätzen - Onlineshop erstellen

Die EU-Kommission hat bereits Maßnahmen verabschiedet, die steuersäumige Händler außerhalb der europäischen Wirtschaftszone in den kommenden Jahren tangieren werden. Für die deutsche Bundesregierung ist dieser Zeitraum nicht angemessen, so wurden bezüglich der Steuer-Registrierung grundlegende gesetzliche Änderungen vorgenommen.

Dabei geht es in den Regularien zur Marktplatzhaftung vor allem um den E-Commerce. Dabei wird die Verantwortung der Umsatzsteuerabgabe auf die Marktplatz-Betreiber übertragen. Das bedeutet, Online Plattformen wie Amazon, eBay oder Rakuten haften für ihre Händler bei nicht vorhandener Steuer-Registrierung.

Hauptaugenmerk liegt auf chinesischen Händlern

Das Umsatzsteuerrecht in Deutschland ist klar geregelt und säumige Zahler werden innerhalb der Bundesrepublik schnell zur Kasse gebeten. Anders sieht das bei Unternehmen aus China aus, die weder über eine Niederlassung in Europa verfügen noch als eigener Onlineshop auftreten. Das betrifft auch andere ausländische Online-Händler, allerdings kommt die Mehrheit überwiegend aus Asien.

Nur die wenigsten führen die gesetzliche Mehrwertsteuer ab, was die Finanzämter jährlich Unsummen an Steuergeldern kostet. Die Schätzungen liegen dabei weit über der Milliardengrenze. Da es kaum möglich ist, diese unseriösen Händler aus Drittstaaten mit rechtlichen Konsequenzen zur Vernunft zu bringen, sind ab sofort die Marktplätze für die Steuerabgaben verantwortlich. Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Portalbetreiber Händler sperren, die nachweislich keine Steuern in Deutschland abführen.

Marktplatzhaftung für elektronische Marktplätze

Der einfache Weg des deutschen Fiskus führt zum Betreiber des Online-Marktplatzes, der die Verkaufsmöglichkeit an den Endverbraucher zur Verfügung stellt. Nach der Erweiterung des Umsatzsteuergesetzes im § 25e, kann ein elektronischer Marktplatz für nicht entrichtete Steuerabgaben, von Verkäufen, die über seine Plattform abgewickelt wurden, haftbar gemacht werden. Im Klartext bedeutet das, wenn der entsprechende Marktplatz-Händler nicht selbst für die Steuerschuld aufkommt, wird der Anbieter des Marktplatzes für die nachweislich rechtlich begründete Warensendung die Konsequenzen aus der nicht geleisteten Steuerzahlung tragen müssen.

Kleine Shopbetreiber aus Deutschland sind ebenso betroffen

Der Kleinunternehmer mit eigener Onlineshop Sparte muss nun ebenso mit den neuen Regularien leben. Das betrifft in erster Linie die steuerliche Verifizierung bei den Marktplatz Anbietern. In der Regel wurde zwar beim Onlineshop erstellen alles Notwendige bei der Verkaufsplattform hinterlegt, es kann jedoch sein, dass der Nachweis der Steuer-Registrierung zur Anmeldung nicht nachgefragt wurde. Entsprechend kann es passieren, dass der Betreiber aufgrund von technischen Umstellungen automatisch die Angebote sperrt, aufgrund der des fehlenden Steuernachweises. Hier sollte schleunigst der erforderliche Nachweis erbracht werden, um nicht unter das Radar der Steuerhinterziehung zu fallen.

Normalerweise verfügt jedes auch noch so kleine E-Commerce Business in Deutschland über eine Umsatzsteuer Registrierung. Das wird obligatorisch beim Onlineshop erstellen über das örtliche Finanzamt geregelt, sonst ist es unmöglich gewerbliche Einkäufe zu tätigen. Gleichwohl die aus dem neuen Umsatzsteuergesetz resultierenden Maßnahmen den einzelnen Shopbetreiber betreffen können geht es dem Fiskus um ausländische Online-Händler die gezielte Steuerhinterziehung betreiben.  Dabei kostet es nicht nur Steuern, sondern auch der hiesige Gewerbetreibende hat mit den wirtschaftlichen Konsequenzen zu leben, denn Verkäufe ohne Umsatzsteuer ermöglichen eine ganze andere Preisgestaltung, was dem legal agierenden seriösen Onlineshop Händler nachweislich in den Bankrott treibt.

Maßnahmen für den Onlinehandel

Aktuell arbeiten die Finanzbehörden in der Bundesrepublik an der Umsetzung einer vollends digitalen Lösung. Im Augenblick kann das notwendige Steuerformular beim Bundesministerium der Finanzen heruntergeladen werden und ausgefüllt beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Die Bestätigung vom Amt mit einhergehender Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist an den Betreiber des elektronischen Marktplatzes zu übermitteln. Diese neuen Steuerbescheinigungen haben eine Gültigkeit von drei Jahren und sind danach erneut zu beantragen.

Ein eigener Onlineshop Betreiber, mit zusätzlicher virtueller Verkaufsfläche bei eBay, ist zum Beispiel verpflichtet bis spätestens Oktober in diesem Jahr, die Steuer-Registrierung nach § 22f UStG-E per E-Mail einzureichen. Das betrifft alle umsatzsteuerpflichtigen gewerblichen Verkäufer innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes, wer dem nicht nachkommt, wird automatisch auf dem Verkäuferportal gesperrt.

Besonderheiten der Steuer-Regelung

Ob eigener Onlineshop oder reiner Marktplatz Verkäufer, alle Unternehmen, die Ihren Firmensitz außerhalb Deutschlands haben und weniger als 100.000 Euro Umsatz pro Jahr in der Bundesrepublik vorweisen, müssen folgendes beachten. Es ist in diesem Fall ein Nachweis beim Marktplatzanbieter zu erbringen, beispielsweise über die USt-ID, dass der Umsatz unter dem Schwellenwert liegt. Eine steuerliche Erfassungsbestätigung wie für Händler mit Sitz in Deutschland ist dabei nicht notwendig. Des Weiteren ist von der Marktplatzhaftung ausgenommen, wenn Lieferungen aus Drittstaaten, die nicht zur EU oder dem EWR gehören in die Bundesrepublik gesendet werden. Allerdings gilt das nur unter der Maßgabe, dass der Warenempfänger offiziell als Einfuhrumsatzsteuer Schuldner in der Käufervereinbarung auftritt.