Neue EU-Verordnung für Energielabel-Pflicht? - Onlineshop erstellen

Die EU-Kommission hat es versäumt, die Gültigkeit der Energielabel-Pflicht für Staubsauger aufrechtzuerhalten. Gemäß europäischer Gerichtsbarkeit bestand für zwei Monate die Möglichkeit gegen das Urteil des EuGH – AZ.: T-544/13 Rechtsmittel einzulegen. Für die bekannten Energielabel bestehen Normen, mit denen der Energieverbrauch für die innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes verkauften Elektrogeräte, definiert wird.

Ohne gültige EU-Verordnung entfällt die Kennzeichnungspflicht für Staubsauger

Von Glühbirnen über Verbrennungsmotoren und sonstigen Emissionen bis hin zum Plastikbesteck hat die EU-Kommission Grenzwerte festgelegt, so auch für den Energieverbrauch von handelsüblichen Staubsaugern. Seit dem Jahr 2017 ist die kennzeichnende Plakette in aller Munde und reguliert die Stromleistung auf maximal 900 Watt. Das war bereits die zweite Runde, vorher galt ein Grenzwert von 1.600 Watt. Die Politik innerhalb der Europäischen Union beabsichtigt mit derartigen Vorgaben, nachhaltig den Energieverbrauch zum Wohle der Umwelt zu senken und die Energiekosten in privaten Haushalten merklich zu reduzieren.

Was ist der Grund für die Aussetzung der Regulierung?

Es handelt sich nicht etwa um einen Wegfall der Kennzeichnungspflicht oder ein neues Gesetz der EU-Kommission. Es wurde schlichtweg die zweimonatige Rechtsmittelfrist des europäischen Gerichtshofs nicht eingehalten, es handelt sich also um keine Gesetzesänderung.

Worum ging es in dem Urteil überhaupt?

Die zuständigen Richter am Brüsseler Justizgebäude befanden, nach eingehender Prüfung, die Aufschlüsselung der Energieeffizienz als unzureichend. Letztlich werden, vergleichbar mit der Diesel Problematik in der Autoindustrie, die Staubsauger unter Laborbedingungen getestet. Die Bewertung des Energieverbrauchs ist insofern nicht mit der Alltagsnutzung gleichzusetzen.

Während der Testphase wurden die Geräte auf ihre Effizienz untersucht und das mit nagelneuem leeren Beutel. Die Richter kamen zu dem Entschluss, dass Staubsauger mit einem vollen oder halb vollen Staubbehälter vollkommene andere Testwerte liefern würden. Somit würden die Geräte in privaten Haushalten wahrscheinlich eine völlig andere Stromleistung ziehen als unter Testbedingungen. Aus dem Grund der möglichen Irreführung von Verbrauchern, die auf dem Energielabel unter dieser Voraussetzung keine verlässlichen Informationen erhalten würden, erklärten die EU-Richter das Energielabel für Staubsauger als ungültig.

Aufgrund dieser Entscheidung hat die EU-Kommission beschlossen, keine Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Im Gegenteil, man arbeitet derzeit in Brüssel an einer neuen Gesetzgebung und klar definierten Testvorgaben. Die Anforderungen und Regelungen für Energieeffizienz verschiedener Haushaltsgeräte Kategorien werden nun neu überarbeitet.

Große Energielabel-Reform ab 2021

Wer als eigener Onlineshop Betreiber Haushaltsgeräte vertreibt, sollte sich im Herbst über die neuen Label informieren. Laut EU-Kommission soll der gesamte Bereich umstrukturiert werden und mit neuen Energielabeln ab 2021 dem Verbraucher eine zuverlässige Kennzeichnung garantieren. Die Kennzeichnung ist jedem geläufig von A+++, was einer sehr guten Effizienz entspricht bis zu G, das wenig effiziente Elektrogeräte kennzeichnet. Mit den neusten Waschmaschinen werden beispielsweise schon heute die Anforderungen, der Effizienzklasse A Geräte, mehr als übertroffen.

Das zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, um eine zeitgemäße Skalierung von Haushaltsgeräten zu ermöglichen. Die Gesetzesplanung sieht vor, die Klassen A bis G zu erhalten, allerdings sollen die Verbrauchswerte umfassend erneuert werden. Entsprechend sollte sich der Onlinehandel up to date halten, um langfristig keinen Warenüberbestand zu haben. Ebenso ist die Produktausrichtung für neue Händler, die gerade beim Onlineshop erstellen sind, enorm wichtig.

Wie die ZVEI, als deutscher Zentralverband für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. vermutet, werden viele Geräte, die aktuell gute Werte erzielen, mit hoher Wahrscheinlichkeit in der neuen Wertetabelle nach unten abrutschen. Das bedeutet, ob eigener Onlineshop oder Ladengeschäft, Bevorratung kann unter Umständen einen kostenintensiven Abverkauf nach sich ziehen, selbst mit Geräten, die zum jetzigen Zeitpunkt in den Effizienzklassen A und B laufen.